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Ausflaggen aber richtig

Gründe für das Ausflaggen von Schiffen

Wohl mit Abstand wichtigster Grund für das Ausflaggen von Schiffen in der gewerblichen Schifffahrt ist eine oftmals nicht unerhebliche Kostenreduktion. Der schon seit Jahrzehten in den Lehrbüchern der Schiffahrtsökonomie dargestellte Sachverhalt, dass unter den sogenannten „flags of convenience” (billige Flaggen) deutliche Kostenvorteile zu erzielen sind, lässt sich auch mit statistischen Analysen für den seewärtigen Containerverkehr der Gegenwart nachweisen.

Setzen Reeder ihre Schiffe unter hochpreisigen Flaggen ein, so sind sie auch an die Regelungen der jeweiligen Schiffsbesetzungsverordnung gebunden und müssen bestimmte Positionen z.B. EU-Seeleuten besetzen. Unter vielen fremden Flaggen fallen derartige Beschränkungen weg, sodass ausländische Seeleute zu oft deutlich niedrigeren Heuern beschäftigt werden können.

Ergänzend zu den Vorschriften der einschlägigen Schiffsbesetzungsverordnung erhöhen z.B. Vorschriften zur Besatzungsstärke und zur Arbeitszeitregelung die Personalkosten für Schiffe unter deutscher Flagge. Da die Personalkosten z.B. bei Containerschiffen deutscher Reeder über 42 % der Betriebskosten ausmachen, lassen sich gerade hier erhebliche Einsparungen erzielen.

Zwar können auch andere Faktoren wie Einsatzgebiet des Handelsschiffes, Auflagen der Geschäftspartner und reedereispezifische Gegebenheiten Einfluss auf die Entscheidung des Reeders nehmen, sein Handelsschiff unter deutscher oder fremder Flagge zu führen. Diese werden aber insgesamt als weniger entscheidungsrelevant angesehen.

Ähnliche Vorteile sprechen auch für das Ausflaggen von Booten und Yachten, insbesondere dann, wenn sie im Charterbetrieb eingesetzt werden sollen.

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